PL ANUNGSWERKSTAT T  NEUE  SIEMENSSTADT
 


Willkommen bei der Planungswerkstatt

Wir sind eine Bürgerinitiative von Anwohner*innen und Mitarbeiter*innen von Firmen und Institutionen aus der Siemensstadt mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen in unserem Stadtteil. Wir bündeln die Forderungen der Anwohner*innen und bringen sie bei den jeweiligen Verantwortlichen vor.

wichtige Information zur Bürgerbetreiligung in Zeiten von COVID 19

Pandemiebedingt finden die Sitzungen der Planungswerkstatt in Form von Onlinekonferenzen statt. Die Zugangsdaten zu den Konferenzen und Termine befinden sich auf den Seiten der jeweiligen Arbeitsgruppen. Plenumssitzungen und Arbeitsergebnisse der Planungswerkstatt werden weiterhin hier im Bereich aktuelle Informationen bekannt gegeben.


 


aktuelle Informationen


24.08.2021

Ernüchterung? Enttäuschung? - Euphorie sieht anders aus.

IMG_3269 Ploegert.jpgMit coronona-konformer Füllung startete die Veranstaltung der Planungswerkstatt zu den “Wahlprüfsteinen” mit den Kandidaten von CDU (Kerstin Brauner), FDP (Matthias Unger), Grünen (Oliver Gellert), Linken (Hans-Ulrich Riedel) und SPD (Stephan Machulik). In zwei Fragenrunden ging es um die Themen “Gesunde und erschwingliche Wohn- und Lebensbedingungen” und “Verkehr”.
Zu Beginn erläuterte Volker Hormann, Sprecher der Planungswerkstatt, die Ausgangsfrage: Zwischen Kurt-Schumacher-Platz und der Altstadt Spndau liegt Berlins größtes Entwicklungsgebiet - mit der Siemensstadt² und dem neuen Gartenfeld als Kern. Bei aller Freude über das Ende einer jahrzehntelangen Stagnation: Was machen diese Projekte aus der Region: Durch die klimatischen und und hygienischen Folgen einer überzogenen Bebauungsdichte, durch die schon heute fehlenden sozialen Einrichtungen, durch steigende Mieten und die unvermeidliche (?) Verkehrslawine.
Die 5 Kandidaten waren aufgefordert darzulegen, was sie im Falle ihrer Wahl zur Abwendung oder Abmilderung der Folgen dieser Entwicklung tun würden.
Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung mussten dann feststellen, dass konkrete Absichten eher Mangelware waren.
Alle Redner fanden es wichtig, Grünflächen zu erhalten, aber nur Hans-Ulrich Riedel wies darauf hin, dass die bestehende Planung für den Siemens-Campus in ihrer Bebauungsdichte einen Verstoß gegen das Baurecht darstelle und klimaresilientes Bauen auf der Tagesordnung stehe. Oliver Gellert wünschte sich mehr Ausgleichsflächen und Fassadenbegrünung für dicht bebautes Gebiet. Stephan Machulik glaubt, dass das Problem nur durch eine gemeinsame Planung mit Brandenburg anzugehen ist, Kerstin Brauner betonte die Priorität des Wohnungsbaus (gegenüber anderen Wünschen) und Matthias Unger betonte, dass ein privater Investor kein eingetragener Verein sei und daher Geld verdienen müsse.
Bei den Mieten hofft Kerstin Brauner, dass der Wohnungsbau in Spandau ein Überangebot an Angeboten schaffe, das den Mietanstieg bremsen werde. Die Vertreter von Rot-Rot-Grün waren sich mehr oder wenig einig, dass die Mieten in den Gebieten gesichert werden müssten - durch Milieuschutz, durch Abwendung von Luxussanierung, durch öffentliches Vorkaufsrecht bei Grundstückverkäufen, durch mehr Aktivität der gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen.
Das Thema Verkehr offenbarte die größten Hilflosigkeiten, die aus einer jahrelang verschlafenen Planung resultieren: Von Hans-Ulrich Riedel, der auch Mitglied der Planungswerkstatt ist, kamen konkret zu diskutierende Vorschläge zur Abwendung eines Verkehrskollaps: Schnelle Planung und Bau einer “Pop-Up-Tram” vom U-Bhf. Paulsternstraße bis Gartenfeld, Ableitung des Schwerlastverkehrs von der Nonnendammallee über Motardstraße oder Saatwinkler Damm, zügige Realisierung einer Nord-Süd-Straße in Verlängerung der Otternbuchtstraße nach Ruhleben. Oliver Gellert befürwortete die Realisierung einer “Insellösung” für eine Spandauer Straßenbahn (d.h. ohne eine Anbindung an die langsam wachsende Schienenverbindung aus Richtung S Jungfernheide zu warten) und die Nutzung der Wasserwege. CDU, FDP und SPD machten deutlich, dass kurz- und mittelfristig nur eine verdichtete U7-Taktung und mehr Busverkehr zu erreichen sei.
Nicht wenigen VeranstaltungsteilnehmerInnen waren diese Aussagen zu dürftig oder sie forderten eine wirkliche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Planungen. Letzteres sicherte eine Vertreterin der Firma Siemens zu: Am 1. Oktober soll es mit einer neuen Runde der Bürgerbeteiligung weitergehen.

Photos Michael (5).jpg

Planungswerkstatt - 15:24 @ Nachrichten | Kommentar hinzufügen


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